Der Ursprung der Fastnacht in Krautheim

Es kann davon ausgegangen werden, dass auch in Krautheim die Tage vor der Fastenzeit, dem Ursprung des Namens „Fastnacht“ schon im Mittelalter überschwänglich verlief. In den Krautheimer Wirtshäusern, von denen es, wie wir heute wissen, mehr gab als in der jetzigen Zeit, wurde kräftig gegessen, getrunken und gefeiert. Das Krautheimer Gericht- und Urteilsprotokollbuch von 1554 enthält eine Reihe von Urteilen aus Streitigkeiten, die sich daraus ergaben. Manchmal kam der Verurteilte auch ins „Narrenhaus“ wie damals der Ortsarrest hieß und der sich zu dieser Zeit im Rathaus befand. Später wurde in der Fastenzeit ein „Fastnachtmarkt“ zum festen Bestandteil der drei Krautheimer Märkte. Davon hören wir erstmals in einem Protokoll des damaligen Gommersdorfer Pfarrers vom 29.10.1759, der darin eine Verlobung annuliert, die im „össleins Wirtshaus“in Krautheim Tal beim Fastnachtsmarkt ohne Zeichen versprochen wurde.

Im Krautheimer „Schatzungsbuch“ von 1780 werden für den Fastnachtsmarkt 3 Gulden 46 Kreuzer an Standgeld verzeichnet. 1844 finden wir erstmalig eine Erwähnung von „Vermummungen“ im Altkrautheimer Vogt-Rug-und Gerichtsbuch. In Krautheim selbst datiert der älteste vorhandene Nachweis einer Fastnachtsveranstaltung vom 12.02.1874, wo ein „Hirschenwirt“ um Tanzerlaubnis am Rathaus nachsucht. Die erste Erwähnung eines „Falles“ stammt vom 28.01.1878. Dort sucht der „Rosswirt“ Frankenbach um Erlaubnis nach, einen solchen abhalten zu dürfen. Es wird dabei erwähnt, dass er Vorstand des „Militär- und Kriegervereins“ist und man folglich annehmen kann, dass dieser Verein der Ausrichter des Balles war.


Auch zwischen den beiden Weltkriegen wird Fastnacht in Krautheim gebührend gefeiert. Ein solcher Hinweis (datiert vom 10.02.1929) ist das „Echo vom Jagsttal“ eine Fastnachtzeitung die der damalige Gesangsverein herausgab. Dann folgte eine lange Pause, bedingt durch die NS-Zeit und den bald darauf ausbrechenden 2. Weltkrieg. Infolge der langen Kriegsdauer setzt danach eine Hochsaison für Fastnachtsveranstaltungen ein, begründet durch den großen Nachholbedarf an Lustbarkeit.

Ab dem Jahr 1947 werden vor allem im „Roß“ Masken- und Kostümbälle abgehalten, von denen die sogenannten „Idad-Bälle“ (Idad = Interessengemeinschaft der ausgewiesenen Deutschen) der Vertriebenen, Höhepunkte wurden. Als die Krautheimer Stadthalle im Jahr 1957 fertiggestellt wurde, wurden dort in der Fastnachtzeit viele Veranstaltungen abgehalten.

Um der Fastnachtstradition in Krautheim einen festen Rahmen und Rückhalt zu geben, wurde 1962 die F.G. Lemia gegründet. Den Spruch, den Ritter Götz von Berlichingen anlässlich des Abbrennens des Schafstalles in Krautheim zum Mainzer Amtmann Marx Stumpf zur Burg hinauf rief, diente der F.G Lemia zur Namensfindung. Dabei wurde aus den Anfangsbuchstaben des berühmten Götzenspruchs das wohlklingende Wort „Lemia“ gebildet und so die Fastnachtgesellschaft getauft. Die Lemia hat es sich zur Aufgabe gemacht, karnevalistische Veranstaltungen durchzuführen und auf die Wahrung echter Fastnachtstraditionen zu achten. Daher steht nich wie in anderen Karnevalsvereinen das Prinzenpaar im Mittelpunkt, sondern die Kontrahenten Ritter Götz und Amtmann Stumpf als Symbolfiguren der F.G. Lemia.

Am Tatort der historischen Stätte wurde am 22.07.1962 der Gedenkstein Götz von Berlichingens unter der Anwesenheit der Götz-Akademie Tübingen und der F.G. Lemia in Krautheim eingeweiht. Seit der Vereinsgründung erfreuen sich die Veranstaltungen der Lemia bei der Bevölkerung immer wachsenderer Beliebtheit. Schon seit den sechziger Jahren ist die Lemia Mitglied im „Narrenring Main-Neckar“ sowie im „Bund deutscher Karneval“.

 

Das schönste was Füße und Beine tun können ist Tanzen!

Tanzen ist Leistungssport,

nichts für Weicheier.

Du möchtest bei der LEMIA dabei sein mit Herzblut und Teamgeist ?

Wir informieren dich gerne. Ruf einfach mal an: 06294 1386

 

LEMIA [-cartcount]